|








| |

Geistliches Forum Katharina von Siena
(Caterina Benincasa, 1347 - 1380)
Kirchenlehrerin und Europa-Patronin
Katharina von Siena ist keine „gewöhnliche“ Heilige; sie ist auch unter der
Heiligen ein absoluter Einzelfall und Sonderfall - und das nicht allein deshalb,
weil ihr als Kirchenlehrerin und Europa-Patronin nach Maria als Frau in der
Kirche der höchste Rang zukommt!
In ihren letzten Worten, kurz vor ihrem frühen Hinscheiden, hat Katharina das
Versprechen abgegeben, nach ihrem Tod der Kirche „nützlicher“ zu sein, als sie
es in ihrem Erdenleben vermochte.
Einer dementsprechenden, persönlichen Erfahrung und Begegnung mit der Heiligen
folgend, hat Frau Prof. Irene Heise die Arbeit an ihrem Buch: „Caterina von
Siena – Gebt ihnen zu ESSEN!“
Anfang 2006 begonnen und zwei Jahre später vollendet.
In diesem Zusammenhang reifte auch ihr Entschluss, ihr gesamtes Wirken unter
Katharinas Schutz zu stellen und Katharina auch ihr Kompetenzforum mit einem
„Geistlichen Forum Katharina von Siena“
zu verbinden.
Das Geistliche Forum Katharina von Siena wurde auch in die Apostolischen
Gemeinschaften bzw. Erneuerungsbewegungen in der Erzdiözese Wien aufgenommen:
Apostolische Gemeinschaft
Erneuerungsbewegungen - Kirchliche Bewegungen und neue Gemeinschaften in der ED Wien
Das Geistliche Forum Katharina von Siena ist auch Teilnehmer am internationalen
Netzwerk "Miteinander christlicher Bewegungen und Gemeinschaften", "Together for
Europe":
http://www.together4europe.org/de/miteinander-fuer-europa-2012/wer-ist-beteiligt.html
Katharina selbst hat keine systematische Theologie des geistlichen Lebens
betrieben. Ihre Lehre ist sogar mehr, sie ist „von oben“ eingegossene
Wissenschaft, wie ihr später auch Päpste bescheinigt haben; sie zeigt in
verschiedenen Facetten zentrale Geheimnisse des Glaubens als Niederschlag
dessen, woraus sie lebte und wirkte. Katharina befand sich weitgehend in
ekstatischem Zustand: Ekstase bedeutet nicht Betäubung oder Ausschaltung der
geistigen Kräfte, so dass der Mensch etwa zum willenlosen Medium würde; sie ist
Ergriffenheit durch den Geist Gottes selbst, was vielmehr zu einer Stärkung des
menschlichen Geistes, seiner Erkenntnis- und Willenskraft führt. So
bescheinigten zahlreiche Zeitzeugen Katharina eine ständig wahrnehmbare Aura des
Übernatürlichen, der sie sich nicht entziehen konnten und wollten. Katharina hat
sich mit ihren Fähigkeiten voll in den Dienst Gottes nehmen lassen, wobei ihre
Individualität und der ihr eigene Stil gewahrt blieben. Was nach Hieronymus für
die alttestamentlichen Propheten gegolten hat, gilt auch für sie: Ihre
Individualität wurde nicht aufgehoben durch das, was sie im Auftrag Gottes
mitzuteilen hatten.
In Katharinas Werken finden sich etliche Grundgedanken, die später in der
Spiritualität des Karmel aufgegriffen wurden und dort eine vorrangige Bedeutung
gewonnen haben, wie etwa das Bild von der inneren Zelle bzw. inneres Gebet, die
innere Burg (Vorbild für die „Seelenburg“ bei Teresa von Avila), Freundschaft
mit Gott, das Bild vom Spiegel, Nachterfahrung, der Weg über die „Brücke“
(Vorbild für den „Aufstieg zum Berg Karmel“ von Johannes vom Kreuz).
Als Folge ihrer, vielleicht einzigartigen, spirituellen Tiefe besaß Katharina
überdies ein feines psychologisches Gespür, mit dem sie ihrer Zeit weit voraus
war. So war sie vielleicht die Erste, die sich gegen die Verdrängung
ausgesprochen hat - ganze fünf Jahrhunderte, bevor dieser Begriff geprägt worden
ist: „Ich meine“, gibt sie einem Kartäuser zu bedenken, „dass man vor einer
Gegebenheit nicht davonlaufen soll - damit würden wir den inneren Gefühlen nicht
entkommen. Wir würden sie sogar noch sehr lebendig vorfinden, denn durch Flucht
sind sie nicht auszurotten, sondern nur, wenn wir uns ihnen stellen.“ (Bf.150).
Wir können uns ihrer außergewöhnlichen Fähigkeit zur geistlichen Führung voll
anvertrauen - auch heute noch! Und vielleicht gerade heute, wo die Kirche von
außen auch in Europa in immer größere Bedrängnis gerät und es höchste Zeit wird,
innerkirchliche Probleme zu lösen, damit die Kirche die leuchtende „Stadt auf
dem Berg“ zu werden vermag, die Jesus Christus im Sinne hat (nach Mt 5,1!).
„Wartet nicht, denn die Zeit wartet nicht auf uns!“ – Unzählige Male drängt
Katharina in ihren Briefen zum Handeln, und zwar JETZT!
Für Katharina gilt allerdings in noch höherem Maße als bei allen anderen
KirchenlehrerInnen, dass ihr Leben von ihrem Wirken nicht zu trennen ist. So
konnte sie, die jahrelang nur die Eucharistie als feste Nahrung zu sich genommen
hat, zu einem lebendigen Zeichen werden für die Heilsnot-wendigkeit des
Kommunionempfanges für alle Gläubigen, einhergehend mit einer Aufwertung der
Beichte.
|